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Budget at Completion Calculator  ·  April 2026 · 8 Min. Lesezeit

Was ist der Kostenleistungsindex (CPI)?

Der Kostenleistungsindex (CPI – Cost Performance Index) ist die wichtigste Einzelkennzahl im Earned Value Management. Er misst die Kosteneffizienz – genauer gesagt, wie viel geplanter Wert für jeden tatsächlich ausgegebenen Euro erzeugt wird. Ein CPI unter 1,0 bedeutet, dass das Projekt mehr Geld ausgibt, als die geleistete Arbeit wert ist. Ein CPI über 1,0 bedeutet, dass Arbeit günstiger als geplant abgeschlossen wird. Projektmanager, Auftraggeber und Prüfer nutzen den CPI als primäres Frühwarnsignal für Kostenüberschreitungen.

CPI-Formel

Die CPI-Formel verwendet zwei EVM-Eingangswerte: den Fertigstellungswert (EV) und die Istkosten (AC).

CPI = Fertigstellungswert (EV) ÷ Istkosten (AC)

Dabei gilt:

Der CPI ist eine dimensionslose Kennzahl, kein Betrag in Euro. Ein CPI von 0,85 bedeutet: Für jeden ausgegebenen 1,00 € wurde nur 0,85 € an geplantem Arbeitswert erbracht.

Was bedeutet der CPI?

CPI-WertBedeutungEmpfohlene Maßnahme
Über 1,0Unter Budget — kosteneffizientÜberwachen; Umfangsvollständigkeit prüfen
Genau 1,0Exakt im BudgetWie geplant fortfahren
0,90–0,99Leichte KostenüberschreitungUrsachen untersuchen; Korrekturmaßnahmen einleiten
Unter 0,90Erhebliche KostenüberschreitungSofortige Eskalation an das Management erforderlich

Praxisbeispiel CPI

Ein Softwareentwicklungsprojekt hat ein Gesamtbudget bei Abschluss (BAC) von 500.000 €. Nach fünf Monaten Ausführung:

CPI = 200.000 € ÷ 230.000 € = 0,870

Interpretation: Für jeden ausgegebenen 1,00 € wurden nur 0,87 € geplante Arbeit abgeschlossen. Das Projekt überschreitet das Budget um 13 %. Mit dem CPI wird die endgültige Kostenprognose berechnet:

EAC = BAC ÷ CPI = 500.000 € ÷ 0,870 = 574.713 €

Das Projekt läuft derzeit auf eine Überschreitung von 74.713 € — eine Mehrkosten von 14,9 % gegenüber dem ursprünglichen Budget. Diese Prognose ist bereits nach fünf Monaten verfügbar, was dem Team Zeit zum Eingreifen gibt.

CPI vs. Terminleistungsindex (SPI) — Was ist der Unterschied?

CPI und SPI sind die beiden wichtigsten EVM-Leistungsindizes. Sie messen unterschiedliche Dimensionen der Projektgesundheit:

IndexFormelMisstIdealwert
CPIEV ÷ ACKosteneffizienz≥ 1,0
SPIEV ÷ PVTermineffizienz≥ 1,0

Ein Projekt mit CPI und SPI über 1,0 ist ideal — Arbeit wird schneller und günstiger als geplant erledigt. Der CPI ist der zuverlässigere Prädiktor für die endgültigen Kosten; der SPI konvergiert am Projektende unabhängig von tatsächlichen Verzögerungen gegen 1,0.

Die CPI-Stabilitätsforschung

Mehrere PMI-Forschungsstudien haben einen kritischen Befund zum CPI-Verhalten ermittelt: Sobald der CPI nach dem 20-%-Meilenstein unter 0,90 fällt, erholt er sich bis zum Projektabschluss fast nie auf 1,0. Dies macht die frühzeitige CPI-Messung für die Projektsteuerung unverzichtbar. Ein CPI von 0,85 bei 25 % Fertigstellung ist ein statistisch starker Indikator für eine erhebliche Endüberschreitung — kein vorübergehender Ausreißer.

Diese Erkenntnis hat eine praktische Konsequenz: Auf einen CPI unter 0,90 zu warten, bis ein Projekt zu 50 % oder 75 % abgeschlossen ist, ist statistisch gesehen zu spät, um das Budget wiederherzustellen. Korrekturmaßnahmen müssen frühzeitig eingeleitet werden.

Wie der CPI in die EAC-Berechnung einfließt

Die am häufigsten verwendete EAC-Formel nutzt den CPI direkt als Basis:

EAC = BAC ÷ CPI

Diese Formel geht davon aus, dass die bisher erzielte Kosteneffizienz für den Rest des Projekts anhält — eine vernünftige Annahme angesichts der CPI-Stabilitätsforschung. So schlagen sich verschiedene CPI-Werte in der EAC für ein hypothetisches Projekt mit 1.000.000 € BAC nieder:

CPIEAC (BAC ÷ CPI)Überschreitung / Einsparung
1,10909.091 €−90.909 € (Einsparung)
1,001.000.000 €0 €
0,951.052.632 €+52.632 €
0,901.111.111 €+111.111 €
0,851.176.471 €+176.471 €
0,801.250.000 €+250.000 €

Was ist ein guter CPI?

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